Anlaufstelle Demenz/Alzheimer Kanton Schwyz
Aktuell leben nach den neuesten Prävalenzzahlen schon fast 3'000 Menschen im Kanton Schwyz, die an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz erkrankt sind.
Quelle: Alzheimer Schweiz
Mit einer guten Therapie und der Unterstützung von Angehörigen und Betreuenden können diese Menschen trotz ihrer Krankheit viele Jahre zu Hause leben.
Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz ist sehr komplex und belastend. Deshalb brauchen auch Angehörige Hilfe und Unterstützung bei ihrer täglichen, schwierigen Arbeit.
Wenn Sie letzte Woche wiederholt nach der verlegten Brille gesucht haben oder an einem sonst geläufigen Namen herumstudiert haben, bedeutet das nicht unbedingt, dass Sie Demenz haben. Vergesslichkeit ist zwar eines der bekanntesten Anzeichen von Demenz, tritt jedoch nicht vereinzelt und meist auch nicht als alleiniges Anzeichen auf.
Die Person hat deutlich Mühe, sich neue Informationen wie etwa Namen zu merken. Sie vergisst etwa Verabredungen oder dass sie an wichtigen Ereignissen wie einem Familientreffen teilgenommen hat. Zu Beginn ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen, im weiteren Verlauf dann auch das Langzeitgedächtnis.
Die Person findet häufig mitten im Satz das richtige Wort nicht und benutzt ein anderes Wort aus einem ähnlichen Kontext, etwa «Fuss» für «Schuh» oder eine Umschreibung. Sie verwechselt Begriffe, erfindet Wörter oder spricht Sätze nicht zu Ende. Es wird schwieriger sie zu verstehen, und sie hat ihrerseits zusehends Mühe, einem Gespräch zu folgen. Ihre Sprache vereinfacht sich.
Die Person findet sich plötzlich in einer vertrauten Umgebung nicht zurecht; beispielsweise findet sie im bekannten Laden den Ausgang nicht mehr. Solche Orientierungsstörungen können besonders beim Autofahren auch gefährlich werden. Oft weiss die Person nicht, ob sie schon gegessen hat. Oder sie kennt zwar ihr Geburtsjahr jedoch ihr Alter nicht mehr.
Sind die Symptome bereits stärker, hat sie Schwierigkeiten mit dem Zeitgefühl und bringt gelegentlich die Tageszeiten durcheinander oder kleidet sich für die Jahreszeit unangemessen.
Die Person erkennt vertraute Personen nicht oder verwechselt sie. Sie verbindet Gesichter nicht mehr mit Namen und Beziehungsstatus. Sie geht falsch mit Gegenständen um, so nimmt sie beispielsweise einen Schneebesen, um sich die Haare zu bürsten.
Die Person tischt etwa den Enkelkindern statt den Kartoffelsalat zu den Wienerli plötzlich Pilze auf. Sie reagiert gereizt, ängstlich oder misstrauisch. Sie kann sich auch plötzlich unpassend verhalten, indem sie etwa Unbekannten gegenüber aufdringlich ist oder anzügliche Bemerkungen macht. Sie zeigt sichtlich Mühe mit Nähe und Distanz.
Die Person zeigt Schwierigkeiten bei gewohnten Tätigkeiten wie den monatlichen Zahlungen, dem Bedienen der Kaffeemaschine oder dem Schuhe-Binden. Infolgedessen ist sie verunsichert, gestresst, hat Angst und ist überfordert.
Die Person bezichtigt andere grundlos des Diebstahls, misstraut Menschen in ihrem nahen Umfeld. Das ist eine «natürliche» Reaktion; die Person sucht nämlich unbewusst nach logischen Erklärungen für die Einbussen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit und verteidigt sich damit ebenfalls gegenüber ihrem Umfeld. Sie sucht nach logischen Erklärungen für verlegte Gegenstände, verpasste Termine.
Die Person zieht sich zunehmend aus dem sozialen Leben zurück, wird passiv. Sie erscheint beispielsweise immer seltener zur wöchentlichen Jassrunde, lässt sie sich kaum für alltägliche Dinge motivieren. Frühere Hobbys pflegt sie nicht mehr. Sie zeigt auch Stimmungsschwankungen.
Haben Sie bei einer nahestehenden Person Veränderungen bemerkt, die auf eine Demenz hinweisen könnten? Sprechen Sie mit Angehörigen oder engen Freunden darüber. Vielleicht sind auch ihnen Veränderungen aufgefallen.
Teilen Sie der betroffenen Person Ihre Sorgen mit. Oft bemerken Angehörige die ersten Anzeichen früher. Begleiten Sie die Person zum Hausarzt oder zur Hausärztin und schildern Sie Ihre Beobachtungen. Äussern Sie dabei klar den Wunsch nach einer Abklärung.
Die Hausärztin oder der Hausarzt spricht mit der betroffenen Person und Angehörigen über Veränderungen im Alltag. Danach folgen einfache Demenztests wie der Mini-Mental-Status-Test oder der Uhrentest, um die geistige Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Bei unklaren Ergebnissen wird meist eine genaue Abklärung in einer Memory-Clinic empfohlen. Wenn Angehörige oder Betroffene trotz unauffälliger Einschätzung Veränderungen bemerken, sollte auf eine Überweisung an eine Memory-Clinic bestanden werden. Eine frühe Diagnose hilft, den Alltag und die Zukunft besser zu planen.
Quelle und weitere Informationen und Unterstützungsangebote finden Sie unter: www.alzheimer-schweiz.ch
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